Musik Lexikon

Lerne Begriffe und deren Bedeutung

8va

8va steht in Noten fĂŒr „ottava“ (italienisch) und bedeutet, dass die betreffende Passage eine Oktave höher gespielt werden soll, als sie notiert ist.

Wesentliche Punkte:

  • 8va sopra: eine Oktave höher
  • 8va bassa (oder 8vb): eine Oktave tiefer
  • Die Anweisung gilt fĂŒr alle Noten, die durch eine gestrichelte Linie oder Klammer mit der Markierung verbunden sind.

Zweck von 8va:

  • Vermeidung vieler Hilfslinien
  • bessere Lesbarkeit
  • klarere grafische Notation

Zusammengefasst:
8va = spiele die notierten Töne eine Oktave höher als geschrieben.

A tempo

ZurĂŒck zum ursprĂŒnglichen Tempo.

Accelerando

Kurz (accel.) AllmÀhlich schneller werden.

Accidentals

Accidentals sind Versetzungszeichen, die die Tonhöhe einer Note vorĂŒbergehend verĂ€ndern. Sie gelten nur innerhalb des jeweiligen Taktes.

Die wichtigsten Accidentals sind:

  • ♯ (Kreuz) – erhöht den Ton um einen Halbton
  • ♭ (b) – erniedrigt den Ton um einen Halbton
  • ♼ (Auflösungszeichen) – hebt eine vorherige VerĂ€nderung auf

Sie dienen dazu, Töne außerhalb der Tonart zu kennzeichnen oder chromatische VerĂ€nderungen darzustellen.

Akkord

Ein Akkord ist in der Musik ein Zusammenklang von mindestens drei unterschiedlichen Tönen, die gleichzeitig erklingen und in einem bestimmten harmonischen VerhÀltnis zueinander stehen.

Typischerweise besteht ein Akkord aus:

  • einem Grundton (Basis des Akkords),
  • einer Terz (bestimmt das Tongeschlecht: Dur oder Moll),
  • einer Quinte (verstĂ€rkt die klangliche StabilitĂ€t).

Beispiel:
Der Akkord C-Dur besteht aus den Tönen C – E – G.

Akkorde bilden die Grundlage der Harmonik und dienen dazu, Melodien zu begleiten, Spannungen zu erzeugen und musikalische Strukturen zu gestalten. Sie können erweitert werden (z. B. Septakkorde, Noneakkorde) oder umgestellt werden (Umkehrungen), wodurch sich ihr Klangcharakter verÀndert.

Apoyando

Apoyando auf der Gitarre – ist eine Anschlagtechnik, vor allem bei klassischer und der Flamenco Gitarre. Dabei schlĂ€gt der Finger die Saite an und kommt anschließend auf der nĂ€chsttieferen Saite zum Liegen (Restanschlag). Erzeugt einen krĂ€ftigeren, volleren Ton.

Arpeggio

Akkordtöne werden einzeln nacheinander gespielt.

Barrégriff

Ein Finger greift mehrere Saiten gleichzeitig.

Bending

Das Gitarren Bending beschreibt das Ziehen einer Saite, um die Tonhöhe von einem Ton zu einem anderen anzuheben. Dabei kann die Saite um einen Viertelton, Halbton, Ganzton oder mehr erhöht werden. Selbst ein sehr leichtes Ziehen bewirkt eine mikrotonale VerÀnderung, die das Spiel ausdrucksstÀrker und interessanter machen kann.

Coda

Das Coda Zeichen markiert einen eigenstÀndiger Schlussteil, Anhang oder auch Schwanz genannt.

Hier das Zeichen:

Crescendo

(cresc. / < ) AllmÀhlich lauter werden.

Da Capo

Kurz: D.C. italienisch und heißt „Von Anfang“. Es wird zum Anfang des MusikstĂŒckes gesprungen.

Da Capo al Coda

Kurz: D.C. al Coda. Es wird zum Anfang des StĂŒckes gesprungen und dann bis zum al Coda gespielt und von dort aus zum Coda Schlussteil.

Da Capo al Fine

Kurz: D.C. al Fine. Es wird zum Anfang des StĂŒckes gesprungen und bis „Fine“ gespielt.

Dal Segno al Coda

Kurz: D.S. al Coda. Es wird vom Segno Zeichen zum Coda (Schlussteil) gesprungen.

Dal Segno al Fine

Kurz: D.S. al Fine. Das ist die Anweisung vom Segno Zeichen bis zum Ende „Fine“ zu spielen.

Hier das Segno Zeichen zu dem gesprungen wird:

Decrescendo

(>) AllmÀhlich leiser werden.

Diminuendo

(dim.) AllmÀhlich leiser werden

Enclosures

Enclosures sind eine melodische Verzierungstechnik im Jazz (besonders im Bebop). Ein Zielton (meist ein Akkordton) wird umspielt, bevor er erreicht wird. Statt den Ton direkt zu spielen, nĂ€hert man sich ihm ĂŒber ein oder mehrere Nachbartöne von oben und/oder unten. Diatonisch oder auch Chromatisch.

Kurz gesagt:

Der Zielton wird „eingekreist“, nicht direkt getroffen.

Es wird dadurch Spannung erzeugt und lÀsst den Zielton bedeutungsvoller wirken. Diese Technik wurde besonders bekannt durch Bebop-Pioniere wie Charlie Parker.

EtĂŒde

EtĂŒde (frz. „Étude“, von Ă©tudier = studieren)

Eine EtĂŒde ist ein ÜbungsstĂŒck mit klarem technischen oder musikalischen Schwerpunkt. Sie dient dazu, eine bestimmte FĂ€higkeit isoliert und systematisch zu trainieren – z. B. Tonleitern, Arpeggien, Artikulation, Rhythmik oder UnabhĂ€ngigkeit der HĂ€nde.

Fermate

Symbol: (𝄐) Ton oder Pause wird verlĂ€ngert.

Fine

Italienisch fĂŒr „Ende“. Hier endet das MusikstĂŒck.

Finger Bezeichnungen

Rechte Hand (Anschlaghand):

p = Daumen (pulgar)

i = Zeigefinger (Ă­ndice)

m = Mittelfinger (medio)

a = Ringfinger (anular)

c = kleiner Finger (chico, selten benutzt)

Linke Hand (Greifhand):

1 = Zeigefinger

2 = Mittelfinger

3 = Ringfinger

4 = kleiner Finger

Kurz: Buchstaben rechts, Zahlen links.

Fingerstyle

Spieltechnik ohne Plektrum, nur mit Fingern.

Flageolett

Ein Flageolettton entsteht, wenn die Saite oder Saiten ĂŒber dem rechten BundstĂ€bchen am 12., 7. oder 5. Bund nur leicht berĂŒhrt statt ganz gedrĂŒckt wird.
Dadurch erklingt ein hoher, glockenklarer Oberton.

Herkunft des Wortes:
Französisch flageolet = kleine Flöte.
Der Name bezieht sich auf den flötigen Klang des Tons.

Forte

(f) laut spielen.

Glissando

Glissando beschreibt die Art des TonhöhenĂŒbergangs.
Die Tonhöhe gleitet kontinuierlich von einem Ton zum anderen, anstatt sprunghaft zu wechseln.

Spieltechnisch auf der Gitarre kann ein Glissando mit einem Slide umgesetzt werden.

Hammer-on

Ton wird ohne erneuten Anschlag durch Aufsetzen eines Fingers erzeugt.

Hybrid Picking

Plektrum und Finger werden kombiniert.

Kadenz

Eine Kadenz ist eine Abfolge bestimmter Akkorde, die einen harmonischen Abschluss oder Ruhepunkt bildet.
Herkunft: Latein „cadere“ = fallen (im Sinne von „zum Ende kommen“).
Beispiel: Die klassische Kadenz in C-Dur lautet: C–F–G–C (Tonika–Subdominante–Dominante–Tonika).

Kapodaster

Ein Kapodaster ist eine Klemme fĂŒr die Gitarre, die ĂŒber alle Saiten (manchmal auch nur ĂŒber einige Saiten) an einem bestimmten Bund gelegt wird, um die Tonhöhe zu erhöhen, ohne die Griffweise zu verĂ€ndern. Somit können Lieder in alle mögliche Tonarten transponiert werden. Ein perfektes Tool fĂŒr Singer und Songwriter, um die richtige Tonart fĂŒr ihre Stimme zu finden ohne neue Griffe zu lernen.

Legato

Legato bedeutet, dass Töne fließend und ohne erneuten Anschlag verbunden werden. Das geschieht durch Hammer-ons und Pull-offs mit der Greifhand. Kurz: Legato = gebundene, weiche TonĂŒbergĂ€nge ohne jeden Ton neu anzuschlagen.

Lick

Ein Lick ist eine kurze melodische oder rhythmische Phrase, die meist improvisiert oder als Baustein in Soli verwendet wird.

Mezzo forte

(mf) mittlere LautstÀrke spielen.

Ostinato

Ein Ostinato ist eine stĂ€ndig wiederholte musikalische Figur – rhythmisch, melodisch oder harmonisch.
Herkunft: Italienisch „ostinato“ = hartnĂ€ckig, beharrlich.
Beispiel: Der Basslauf in „Seven Nation Army“ (The White Stripes) ist ein modernes Ostinato.

Palm Muting

Saiten werden mit dem Handballen der rechten Hand gedÀmpft.

Pedalnote

Pedalnote (Orgelpunkt): Ein gleichbleibender Ton, der trotz wechselnder Akkorde oder Basstöne kontinuierlich wiederholt oder gehalten wird.

Piano

(p) leise spielen

Pull-off

Ton entsteht durch Abziehen des Fingers von der Saite.

Rallentando

Deutlich langsamer werden.

Riff

Ein Riff ist eine kurze, prÀgnante Tonfolge oder rhythmische Figur, die oft wiederholt wird und einem Song Wiedererkennungswert verleiht. Besonders typisch in Rock- und Bluesmusik.
Herkunft: Engl. „riff“ = Kurzform von „refrain“ (Wiederholung).
Beispiel: Das Gitarren-Riff von „Smoke on the Water“ (Deep Purple) ist weltbekannt.

Ritardando

Kurz (rit.) AllmÀhlich langsamer werden.

Rubati

Rubati ist einfach der Plural von Rubato.

  • Rubato = eine einzelne rubato-Stelle / ein konkreter freier Tempoeingriff
  • Rubati = mehrere rubato-Stellen innerhalb eines StĂŒcks oder Vortrags

Beispiel:
„Die Interpretation enthĂ€lt viele Rubati, besonders in den lyrischen Passagen.“

Rubato (tempo rubato)
Bezeichnung fĂŒr eine freie, ausdrucksvolle Tempogestaltung, bei der Zeit kurzfristig „geraubt“ und spĂ€ter wieder ausgeglichen wird, ohne den Grundpuls zu zerstören. Besonders in der Romantik (z. B. Chopin) dient Rubato der emotionalen Gestaltung von Melodien. Verwandt mit Agogik; im Jazz zeigt es sich oft als bewusstes Vor- oder ZurĂŒcklehnen gegen den Beat.

Rubato

Freie, ausdrucksvolle Tempogestaltung.

Rubato

(italienisch fĂŒr „geraubt“, tempo rubato) ist eine musikalische Vortragsbezeichnung, bei der das Tempo frei variiert wird, ohne den grundlegenden Takt zu zerstören. Dabei werden einzelne Töne oder Phrasen leicht verlĂ€ngert („geraubt“) und spĂ€ter wieder ausgeglichen. Diese Technik dient der emotionalen Ausdruckssteigerung, besonders in der Romantik (z. B. Chopin).

Segno

Segno ist ein Symbol was das Sprungziel bei der Anweisung D.S. (Dal Segno) angibt. Bei der Anweisung wird zum Segno Zeichen gesprungen.

So sieht das Segno Zeichen aus zu dem gesprungen wird:

Slide

Ein Slide bezeichnet das Gleiten eines Fingers von einem Ton zum nĂ€chsten auf einer Gitarrensaite, ohne den Kontakt zur Saite zu verlieren. Es entsteht ein fließender Übergang zwischen zwei Tönen.

Staccato

Kurz und abgehackt gespielte Töne. „getrennt“, von italienisch staccare „abtrennen“. Die Note wird mit einem Punkt ober- oder unterhalb der Note notiert.

Sweep Picking

Gleitende Plektrumbewegung in eine Richtung ĂŒber mehrere Saiten.

Synkope

Eine Synkope entsteht, wenn ein musikalischer Akzent oder ein wichtiger Einsatz (z. B. ein Akkordwechsel) nicht auf dem erwarteten Schlag, sondern auf einer unbetonten ZĂ€hlzeit liegt, etwa auf der „4 +“, also zeitlich vorgezogen wird.

Tabs

Kurzform fĂŒr Tabulatur. Vereinfachte Notenschrift, vor allem fĂŒr Gitarre.
Zahlen auf den Saiten zeigen an, in welchem Bund gegriffen werden soll.

Takt

Ein Takt ist eine rhythmische Gliederungseinheit in der Musik, die eine bestimmte Anzahl von ZĂ€hlzeiten zusammenfasst. Er wird durch Taktstriche voneinander getrennt und durch die Taktart (z. B. 4/4, 3/4) bestimmt.

Der Takt organisiert den zeitlichen Ablauf der Musik und schafft eine die Struktur eines MusikstĂŒckes.

Tapping

Töne werden mit der Anschlaghand auf das Griffbrett „geklopft“.

Tirando

Tirando ist eine Anschlagtechnik (Freianschlag), vor allem in der klassischen Gitarre.Der Finger schlĂ€gt die Saite an und schwingt danach frei in die Luft, ohne eine andere Saite zu berĂŒhren.

To Coda

Von hier wird zum Coda Zeichen gesprungen. Coda ist ein eigenstÀndiger Schlussteil, Anhang oder auch Schwanz genannt.

Coda Zeichen:

Vamp

Eine kurze sich wiederholende, melodische oder harmonische Abfolge.

Zum Beispiel: II: Am I D7 :II

Eine Anweisung könnte sein. Wir spielen solange den Vamp, bis der Gesang einsetzt und dann startet die Form.

Vibrato

Leichtes, regelmĂ€ĂŸiges Schwanken der Tonhöhe.

Volta (Klammern)

Markiert einen Abschnitt, der wiederholt wird, beim zweiten Mal aber anders endet.

Wechselschlag

Wechselschlag ist eine Anschlagtechnik mit dem Plektrum oder Daumen. Dabei wird abwechselnd Abschlag und Aufschlag gespielt. Wechselschlag mit den Fingern wÀre bspw. Zeigefinger mit dem Mittelfinger abwechselnd.

Wiederholungszeichen

Markierter Abschnitt wird erneut gespielt. Beispiel: ||: Am | C :||